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Heute nehmen wir euch mit an einen Ort, an dem Hamburg nicht nur nach Elbe, Hafenluft und Sonnenuntergang aussieht – sondern auch nach einer richtig alten Sage klingt: Teufelsbrück.
Direkt am Elbufer, in der Nähe des Teufelsbrücker Hafens, sitzt eine kleine, markante Skulptur: ein nachdenklicher Teufel mit einem Tier in der Hand. Viele nennen sie einfach „Der Teufel und der Hase“. Der eigentliche plattdeutsche Titel lautet aber „De Düvel sinneert över sien Karninken“ – also sinngemäß: Der Teufel grübelt über sein Kaninchen. Die heutige Skulptur wurde im Jahr 2000 geschaffen und gestiftet vom Steinmetzbetrieb Carl Schütt & Sohn, Steinmetzmeister Bert-Ulrich Beppler. Sie steht in Teufelsbrück, 22605 Hamburg, im Stadtteilbereich Othmarschen/Altona.
Die Geschichte dahinter ist typisch Hamburg: früher soll es an der Furt über die Flottbek, nahe der Mündung in die Elbe, immer wieder Probleme gegeben haben. Fuhrwerke blieben im Morast stecken oder gingen kaputt. Also sollte eine Brücke gebaut werden. Der Zimmermann kam der Sage nach aber nicht weiter – bis ihm der Teufel half. Als Gegenleistung verlangte der Teufel die Seele des ersten Lebewesens, das die neue Brücke überqueren würde.
Doch der Teufel hatte sich zu früh gefreut: Am Tag der Fertigstellung lief nicht der Zimmermann und auch nicht der Pfarrer als Erstes über die Brücke – sondern ein aufgeschreckter Hase. Damit bekam der Teufel nur diese eine „kleine Seele“ und soll sich mächtig geärgert haben. Genau an diese Legende erinnert die Skulptur bis heute.
Spannend ist: Die Statue zeigt streng genommen eher ein Kaninchen als einen Hasen. Auch mehrere Quellen weisen darauf hin, dass die beliebte Bezeichnung „Hase“ aus der Sage kommt, während die Skulptur selbst im Titel vom Karninken, also Kaninchen, spricht.
Und noch ein kurioser Hamburg-Fakt: Der Teufel von Teufelsbrück hatte es nicht leicht. Frühere Teufelsfiguren wurden mehrfach gestohlen oder beschädigt. Laut einem WELT-Bericht wurden über die Jahrzehnte mehrere Mephisto-Statuen aufgestellt und immer wieder entwendet; der heutige steinerne Teufel steht seit Juli 2000 am Elbufer und soll mit knapp einer Tonne Gewicht deutlich schwerer zu klauen sein.
Heute ist Teufelsbrück nicht nur ein Ort für Sagenfans, sondern auch ein wunderschöner Hamburg-Spot: Elbe, Fähranleger, Yachthafen, Jenischpark in der Nähe und dieser kleine Teufel, der bis heute über seinen schlechten Deal nachzudenken scheint. Hamburg Tourismus verortet den Teufelsbrücker Hafen an der Elbchaussee 291A, 22605 Hamburg und beschreibt Teufelsbrück als Teil der historischen Gemarkung Klein-Flottbek am Südrand des Jenischparks.
Unser Hamburg Puls Fazit:
Teufelsbrück ist einer dieser Orte, an denen Hamburg mehr ist als schöne Aussicht. Hier treffen Elbpanorama, Stadtgeschichte und eine freche alte Sage aufeinander. Ein kleiner Teufel, ein Hase – oder Kaninchen – und eine Brücke mit großer Geschichte. Genau solche Geschichten machen Hamburg besonders.
Wenn euch solche Hamburg-Geschichten gefallen, folgt Hamburg Puls für mehr Tipps, Sagen, Orte und kleine Geheimnisse aus unserer Stadt. Mehr Hamburg Puls findet ihr auf www.HamburgPuls.de – Es lohnt sich!
