Roboter bauen Häuser, Küken schlüpfen aus dem 3D-Ei – und der Moa vor dem Comeback?
Moin und herzlich willkommen bei Hamburg Puls!
Heute schauen wir auf zwei Entwicklungen, die klingen wie Science-Fiction – aber gerade ziemlich real werden: Ein Roboter, der in Großbritannien Ziegelwände baut, und Küken, die in künstlichen, 3D-gedruckten Eierschalen heranwachsen.
In der britischen Bauindustrie ist der Fachkräftemangel ein riesiges Problem. Es fehlen Handwerker, Nachwuchs und vor allem genug Maurer, um den dringend benötigten Wohnraum schnell genug zu schaffen. Genau hier kommt WLTR, auch „Walter“ genannt, ins Spiel: ein sogenannter Wall Laying Terra-Based Robot, also ein bodengebundener Roboter zum Mauern. Laut Reuters soll WLTR eine der körperlich härtesten und wiederholungsintensivsten Arbeiten auf Baustellen unterstützen – das präzise Errichten von Wänden.
Der Roboter wird in Großbritannien unter anderem mit dem Ziel getestet und eingesetzt, den Druck auf die Baubranche zu verringern. Berichte nennen eine Leistung von bis zu 200 Quadratmetern Mauerwerk pro Tag und Wände bis etwa 3,5 Meter Höhe ohne Gerüst. Wichtig ist aber: Walter arbeitet nicht völlig allein im luftleeren Raum. Er braucht vorbereitete Bedingungen, passende Steine und geschulte Menschen, die ihn überwachen und bedienen.
Das Spannende daran: Solche Maschinen ersetzen nicht einfach nur klassische Berufe – sie verändern sie. Aus dem Maurer mit Kelle könnte in Zukunft stärker ein technischer Baustellen-Operator werden, der Roboter steuert, überwacht und digitale Baupläne in die Realität bringt. Für eine Branche mit alternder Belegschaft und Nachwuchsproblemen kann das ein echter Zukunftsbaustein sein.
Und dann geht der Blick von der Baustelle direkt ins Labor: Das US-Unternehmen Colossal Biosciences meldet, dass 26 Küken mithilfe einer künstlichen, 3D-gedruckten Struktur geschlüpft sind, die eine Eierschale nachahmen soll. Ziel ist es, Embryonen außerhalb klassischer natürlicher Eierschalen kontrollierter beobachten und entwickeln zu lassen.
Der große Zukunftstraum dahinter ist noch viel größer: Colossal Biosciences arbeitet an sogenannter De-Extinction, also an Technologien, mit denen ausgestorbene Tiere zumindest teilweise genetisch nachgebildet werden könnten. Genannt wird dabei unter anderem der Südinsel-Riesenmoa aus Neuseeland, ein großer flugunfähiger Vogel, der vor Jahrhunderten ausgestorben ist.
Aber hier ist Genauigkeit wichtig: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnen, dass solche Projekte nicht bedeuten, dass ein ausgestorbenes Tier einfach eins zu eins zurückkommt. Wahrscheinlicher wären genetisch veränderte Tiere, die bestimmten ausgestorbenen Arten ähneln. Außerdem gibt es offene Fragen: Wo würden solche Tiere leben? Welche Folgen hätte das für heutige Ökosysteme? Und sollte man Geld und Forschung eher in den Schutz noch lebender bedrohter Arten stecken?
Was beide Geschichten verbindet: Technik greift immer tiefer in Bereiche ein, die lange als rein menschlich oder natürlich galten. Auf der Baustelle übernimmt Robotik schwere, präzise Arbeit. Im Labor werden biologische Entwicklungsprozesse sichtbar, steuerbar und möglicherweise eines Tages ganz neu nutzbar.
Die große Frage lautet also nicht nur: Was kann Technik? Sondern auch: Wie wollen wir sie einsetzen?
Denn ob Roboter Häuser bauen oder künstliche Eierschalen Leben ermöglichen – die Zukunft entsteht nicht irgendwann. Sie wird gerade gebaut. Stein für Stein. Zelle für Zelle.
Das war euer Blick in die Zukunft bei Hamburg Puls. Für mehr spannende Technik-, Stadt- und Zukunftsthemen folgt Hamburg Puls – und schaut gern vorbei auf www.HamburgPuls.de. Man klickt sich auf Hamburg Puls!


.png)
.png)
.png)