DIE KNOSSIS ABENTEUER GESCHICHTEN
Folge 1: Sonnencreme-Diebstahl in der Knossiwelt! König Gier schlägt zu. Kann Bubi Knossi den Strandtag der Familie noch retten?
Macht es euch gemütlich für ein neues Abenteuer aus der kunterbunten Knossiwelt. Heute brannte die Sonne besonders warm vom Himmel, und die ganze Knossi-Familie war in heller Aufregung. Es ging an den Strand!
Jeder hatte seine Aufgabe: Mutti Knossi, die gute Seele der Familie, packte den riesigen Picknickkorb mit ihren berühmten Schokotropfen-Keksen. Der weise Günther Jauch Knossi studierte aufmerksam ein dickes Buch über die Wichtigkeit von UV-Schutz. König Knossi polierte höchstpersönlich die Felgen seines silbernen DeLoreans.
Und Bubi Knossi? Der rannte hüpfend um das Auto herum. Er war ein richtiger kleiner Wassermann, stolz wie Oskar, denn er konnte schon ganz alleine und richtig gut schwimmen! Er trug seine absolute Lieblingsbadehose und hatte die Schwimmbrille schon auf der Stirn sitzen.
Die wundervolle Lia Knossi, König Knossis Verlobte, war derweil dafür zuständig, die allerwichtigste Strandtasche zu packen. Sie hatte extra ihre tollsten Sommer-Fingernägel lackiert. Doch als sie die goldene Kiste mit der Sonnencreme öffnen wollte, stieß sie einen lauten Schrei aus.
Lia Knossi (völlig entsetzt): „Oh nein! Mein König! Mutti! Bubi! Kommt schnell her! Die Sonnencreme ist weg! Die ganze Kiste ist spurlos verschwunden!“
König Knossi (schlägt die Hände über dem Kopf zusammen): „Katastrophe! Ohne Sonnencreme können wir unmöglich an den Strand!“
Mutti Knossi (besorgt): „Lia hat völlig recht. Die Sonne ist zwar wunderschön, aber wenn wir unsere Haut nicht schützen, bekommen wir einen fiesen Sonnenbrand. Das ist sehr gefährlich für uns alle!“
Günther Jauch Knossi (kombiniert messerscharf und zeigt auf den Boden): „Seht euch das an! Hier sind Fußspuren. Große, plumpe Fußspuren, die nach purem Egoismus riechen... Es gibt nur einen, der so etwas tut!“
Alle Knossis (rufen im Chor): „KÖNIG GIER!“
„Ganz genau! Der fiese König Gier hatte alle Sonnencremes der ganzen Knossiwelt geklaut. Aber die Knossis hielten fest zusammen. Sie sprangen in den DeLorean – Wroooom! – und düsten los zu König Giers Burg.
Dort angekommen, sahen sie das Chaos: König Gier balancierte auf der schmalen Steinmauer direkt über dem tiefen Burggraben, der bis oben hin mit Wasser gefüllt war. In seinen Armen hielt er wackelig die riesige Kiste mit der gesamten Sonnencreme.“
König Gier (lachend): „Alles meins! Meine Haut wird so weich sein wie ein Babypopo und ihr werdet rot wie die Tomaten! Hahaha!“
„Nun war echtes Teamwork gefragt! Jeder der Knossis setzte seine besonderen Fähigkeiten ein, um König Gier zu überlisten.“
König Knossi (ruft mit königlicher Stimme): „König Gier! Im Namen der Knossiwelt befehle ich dir, die Creme herauszugeben!“ (König Gier schüttelt nur stur den Kopf.)
Günther Jauch Knossi (ruft klug): „Aber König Gier! Wenn du dich mit hundert Tuben gleichzeitig eincremst, verlierst du jeglichen Grip und flutschst auf deinen eigenen Füßen aus! Das ist physikalisch bewiesen!“ (König Gier schaut kurz verwirrt, hält die Kiste aber noch fester.)
Lia Knossi (tritt mutig und elegant nach vorne, klimpert mit den Wimpern): „König Gier, jetzt hör mir mal gut zu! Was nützt dir die ganze Sonnencreme, wenn du ganz alleine hier oben stehst? Gib uns die Kiste zurück, und ich verrate dir mein absolut geheimes Beauty-Rezept für glänzende Haare. Deal?“
„Lia hatte ihn genau an seiner eitlen Stelle getroffen! König Gier war sofort abgelenkt. Er beugte sich neugierig nach vorne zu der bezaubernden Lia.“
Mutti Knossi (nutzt die Chance und ruft liebevoll): „Und als Nervennahrung lege ich noch eine ganze Dose meiner warmen Schokotropfen-Kekse obendrauf!“
„Glänzende Haare UND Kekse? Das war zu viel für König Gier. Er beugte sich gierig noch weiter nach vorne – und verlor auf der schmalen Mauer das Gleichgewicht!“
(Ein lautes Platschen! Wasser spritzt!)
König Gier (panisch): „Hiiilfe! Die Kiste! Meine schöne Sonnencreme!“
„Die schwere Kiste war ihm aus den Armen gerutscht und platschte mitten in den tiefen Burggraben. Sie sank blitzschnell auf den Grund. König Gier lief panisch am Rand hin und her. Er streckte die Arme aus, aber er kam nicht heran – und das Schlimmste: König Gier konnte überhaupt nicht schwimmen!“
Lia Knossi (schlägt die Hände vor den Mund): „Oh nein, sie ist zu tief gesunken!“
„Alle Knossis starrten fassungslos ins Wasser. Doch da trat Bubi Knossi vor. Er zog seine Schwimmbrille von der Stirn über die Augen und grinste mutig.“
Bubi Knossi (entschlossen): „Keine Panik! Ich mach das! Ich kann nämlich schwimmen!“
(Ein mutiges, kleines Platschen!)
„Bubi Knossi nahm Anlauf und sprang furchtlos in den Burggraben. Er schwamm so elegant und flink wie ein kleiner Delfin. Er tauchte tief hinab, bis auf den Grund des Grabens, packte die schwere goldene Kiste an ihren Griffen und strampelte mit all seiner Kraft wieder nach oben.
Pustend und schnaufend tauchte Bubi an der Oberfläche auf und schob die Kiste an den Rand. König Knossi, Lia und Günther Jauch Knossi zogen sie gemeinsam an Land.“
König Gier (völlig baff und ein bisschen beschämt): „Du... du hast die Sonnencreme gerettet! Obwohl ich sie euch geklaut habe?“
Bubi Knossi (zieht die Schwimmbrille hoch und strahlt): „Klar! Weil wir uns alle vor der Sonne schützen müssen. Auch du, König Gier. Aber beim nächsten Mal fragst du einfach, okay?“
Lia Knossi (nimmt Bubi überglücklich in den Arm): „Du bist der tapferste kleine Knossi der Welt!“
König Knossi (jubelt): „Bubi, du bist unser Held! Du hast nicht nur die Sonnencreme gerettet, sondern uns allen den Strandtag gesichert!“
„Und so kam es, dass die ganze Familie zusammen mit König Gier an den Strand fuhr. Lia teilte die Tuben fair auf und sie cremten sich alle gründlich ein – denn das ist wirklich das Wichtigste im Sommer! Danach zeigten sie König Gier im flachen Wasser, wie man schwimmt, während Bubi Knossi fröhlich als Held des Tages durch die Wellen tauchte.
Und die Moral von der Geschicht’? Mit Sonnencreme, Zusammenhalt und einem mutigen kleinen Schwimmer wird jeder Strandtag zum besten Abenteuer!
Bis zum nächsten mal in der Knossiwelt!“
Folge 2: Die Knossis und die magische Zeitreise im Musical Zurück in die Zukunft in Hamburg!
Macht es euch gemütlich, kuschelt euch tief in eure Decken und spitzt die Ohren. Es ist Zeit für ein brandneues, unfassbar aufregendes Abenteuer aus der kunterbunten Knossiwelt. Heute wird es magisch, funkelnd und... blitzschnell!
Es war ein herrlicher Samstagmorgen in der Knossiwelt, als ein lauter, freudiger Schrei durch die Flure der Knossi-Burg hallte. Es war Bubi Knossi! Er hüpfte wie ein kleiner Flummi durch den Thronsaal, in der Hand hielt er einen goldenen Umschlag.
„Ich bin dabei! Ich bin dabei!“, jubelte Bubi und strahlte über das ganze Gesicht.
König Knossi, der gerade genüsslich an seinem königlichen Kakao nippte, stellte die Tasse ab. „Was ist denn los, mein kleiner Held? Was hast du da für eine aufregende Post?“
Die ganze Familie versammelte sich. Die wundervolle Lia Knossi, die sich gerade ihre Nägel in einem schicken, leuchtenden Silber lackierte, pustete sanft auf ihre Finger und schaute neugierig herüber. Mutti Knossi kam mit einem frisch gebackenen Blech ihrer berühmten Schokotropfen-Kekse aus der Küche geeilt, und der weise Günther Jauch Knossi klappte sein dickes Lexikon zu.
Bubi wedelte aufgeregt mit dem Brief. „Wir fahren heute nach Hamburg! In das Musical von ‚Zurück in die Zukunft‘!“
König Knossi riss die Augen auf. Er sprang so schwungvoll von seinem Thron hoch, dass seine Krone gefährlich wackelte. „Zurück in die Zukunft?!“, rief er mit sich überschlagender Stimme.
Jeder in der Burg wusste: König Knossi war der allergrößte „Zurück in die Zukunft“-Fan auf dem ganzen Planeten! Er kannte wirklich jeden einzelnen Satz aus den Filmen in- und auswendig. Er liebte die Geschichte um Zeitreisen und fliegende Autos so abgöttisch, dass er sich vor Jahren seinen größten Lebenstraum erfüllt hatte: Unten in der königlichen Garage stand ein waschechter, funkelnder, silberner DeLorean! Es war sein absolutes Lieblingsauto, und der König ließ es sich nicht nehmen, die glänzenden Felgen jede Woche höchstpersönlich auf Hochglanz zu polieren.
Die anderen Knossis fanden die Filme natürlich auch richtig toll und schauten sie an gemütlichen Fernsehabenden gerne mit ihm an – aber für König Knossi war das heute wie Weihnachten und Geburtstag zusammen.
„Und das Allerbeste“, rief Bubi weiter und sprang fast bis an die Decke, „ich darf als kleiner Statist mitmachen! Ich darf mit auf die ganz große Bühne!“
König Knossi schlug die Hände über dem Kopf zusammen. „Das ist ja sensationell! Mein eigener Bubi auf den Brettern, die die Welt bedeuten! Bei dem besten Meisterwerk, das jemals geschrieben wurde!“ Er lief aufgeregt im Kreis. „Ich muss mein bestes Fan-Shirt raussuchen!“
„Oh, wie aufregend!“, schwärmte Lia Knossi und ihre Augen leuchteten. „Das bedeutet, wir machen einen richtigen Familienausflug in die große Stadt. Ein Besuch in Hamburg ist immer etwas ganz Besonderes, die Lichter, das viele Wasser! Und Bubi als echter Musical-Star! Ich platze fast vor Stolz.“
Günther Jauch Knossi rückte seine Brille zurecht und hob wissend den Zeigefinger. „Eine faszinierende Geschichte. Wusstet ihr, dass der DeLorean im Film exakt 1,21 Gigawatt Strom benötigt und genau 88 Meilen pro Stunde erreichen muss, um durch die Zeit zu reisen? Ein interessantes physikalisches Gedankenexperiment. Ob die Kulissenbauer im Theater das wohl authentisch hinbekommen haben?“
„Und ich sorge für die richtige Reiseverpflegung!“, lachte Mutti Knossi liebevoll und packte einen riesigen Korb voller Kekse, Saft und belegten Broten. „Egal ob Zeitreise oder Theaterbesuch, mit einem knurrenden Magen macht das alles keinen Spaß.“
Die Vorfreude war riesig. Die Knossis zogen ihre schönsten Sachen an und sprangen in ihr Auto. Die Fahrt nach Hamburg war ein einziges Fest. König Knossi sang am Steuer lauthals die Lieder aus dem Soundtrack mit, und Bubi übte auf der Rückbank schon mal sein schönstes und professionellstes Bühnen-Lächeln.
Als sie in Hamburg ankamen, funkelte die Stadt im Nachmittagslicht. Sie fuhren an der glitzernden Elbe entlang. „Schaut mal da drüben!“, rief Günther Jauch Knossi und zeigte aus dem Fenster. „Das markante Dockland-Gebäude! Es sieht aus wie ein riesiges Schiff aus Glas, das direkt in den Fluss fahren will. Faszinierend, diese Hamburger Architektur!“
Aber für Sightseeing war heute nicht viel Zeit. Ihr Ziel war das große Musical-Theater an der Elbe. Schon von Weitem sahen sie die riesigen, leuchtenden Plakate: Zurück in die Zukunft – Das Musical!
König Knossi bekam vor lauter Vorfreude fast feuchte Augen. Vor dem Theater wimmelte es von Menschen. Es knisterte förmlich vor Spannung. Am großen Künstlereingang wartete bereits ein freundlicher Theater-Mitarbeiter mit einem Klemmbrett.
„Ah, da ist ja unser kleiner Nachwuchsstar!“, begrüßte er Bubi fröhlich. „Komm schnell mit, wir müssen dir noch dein Kostüm anziehen und dir die Bühne zeigen. Die Familie darf schon mal im Zuschauersaal Platz nehmen. Reihe 1, direkt in der Mitte! Beste Plätze!“
Mutti Knossi drückte Bubi noch schnell einen dicken Schokotropfen-Keks in die Hand. „Viel Spaß, mein Schatz. Wir winken dir von unten zu!“ Lia gab ihm einen dicken Kuss auf die Wange.
König Knossi kniete sich vor Bubi hin und flüsterte ehrfürchtig: „Du stehst heute neben dem coolsten Auto der Weltgeschichte auf der Bühne. Genieß jede Sekunde, mein Junge!“
Bubi folgte dem Mitarbeiter hinter die Kulissen. Oh wow! Hier roch es nach Theaterstaub, nach Theaterschminke und nach echtem Abenteuer. Überall rannten Leute mit Headsets herum, riesige Scheinwerfer wurden getestet und Tänzer wärmten sich auf.
Und dann sah Bubi ihn. Mitten auf einer abgedunkelten Seitenbühne stand er. Der Bühnen-DeLorean!
Bubi blieb die Spucke weg. Er kannte Papas DeLorean natürlich in- und auswendig, aber dieses Auto hier war der absolute Wahnsinn. Es war komplett aus silbernem Edelstahl, genau wie das zu Hause, aber aus dem Heck ragten dicke, schwarze Kabel und riesige Auspuffrohre. An den Seiten waren grelle, blaue Lichter angebracht. Die Flügeltüren standen weit offen.
„Das ist die Zeitmaschine“, flüsterte Bubi.
Der Theater-Mitarbeiter lachte. „Ganz genau. Wir haben noch ein paar Minuten, bis das Stück losgeht. Wenn du vorsichtig bist, darfst du dich für einen kurzen Moment auf den Fahrersitz setzen. Aber fass bitte nichts an, die Knöpfe sind für die Spezialeffekte!“
Das ließ sich Bubi nicht zweimal sagen! Schwupps, saß er in dem weichen, grauen Sitz. Das Lenkrad war riesig. Vor ihm leuchteten rote, grüne und gelbe Zahlen auf einem großen Display – die Zeitleitungen! In Mitte zwischen den Sitzen pulsierte ein seltsames Gerät. Es sah aus wie ein Ypsilon aus purem Licht.
„Der Fluxkompensator... Papa würde glatt in Ohnmacht fallen, wenn er das sehen könnte“, dachte Bubi staunend.
Währenddessen saßen König Knossi, Lia, Mutti und Günther Jauch Knossi drüben im großen Zuschauersaal. Das Licht im Saal war noch an. Die Menschen murmelten aufgeregt. König Knossi wippte ungeduldig mit den Knien.
„Gleich geht es los“, flüsterte Lia. „Ich bin so gespannt, wann unser Bubi auf die Bühne kommt.“
„Er wird fantastisch sein“, nickte Mutti Knossi und raschelte leise mit einer Kekstüte.
Zurück hinter der Bühne wurde es plötzlich hektisch. „Alle auf Position!“, rief jemand durch einen Lautsprecher. Der Theater-Mitarbeiter, der auf Bubi aufpassen sollte, wurde kurz weggerufen, um ein umgefallenes Requisit aufzuheben.
Bubi saß ganz allein im DeLorean. Das pulsierende Licht des Fluxkompensators spiegelte sich in seinen großen Augen. Es summte leise. Mmmmmmmmh. Irgendwie wirkte das alles gar nicht wie aus Pappe und Plastik. Es wirkte... verblüffend echt.
Bubi beugte sich ein kleines bisschen nach vorne, um die leuchtenden Zahlen besser sehen zu können. Dort stand: 05. November 1955. Aus Versehen rutschte Bubi auf dem glatten Sitz ein Stück nach unten. Sein Knie stieß gegen einen großen, blinkenden Hebel neben dem Lenkrad.
KLICK.
Plötzlich veränderte sich das Summen. Es wurde tiefer und lauter. WUMMMMMM. WUMMMMMM. WUMMMMMM.
Bubi riss die Augen auf. „Huch! Das wollte ich nicht!“ Er versuchte, den Hebel wieder zurückzuschieben, aber er klemmte fest.
Im Zuschauersaal gingen langsam die Kronleuchter an der Decke aus. Es wurde stockdunkel. Das Publikum verstummte schlagartig. Eine geheimnisvolle, epische Musik begann zu spielen. Die Knossi-Familie rutschte auf die Kanten ihrer Sitze.
Hinter dem großen, roten Samtvorhang auf der Bühne wurde das Wummern immer lauter. Der Boden des Theaters begann leicht zu vibrieren.
Günther Jauch Knossi runzelte die Stirn. „Sapperlot, diese Spezialeffekte hier in Hamburg sind wirklich erstklassig! Es fühlt sich an, als würden sich riesige elektrische Magnetfelder aufbauen!“
König Knossi flüsterte begeistert: „So fängt der Film aber eigentlich nicht an! Oh, das wird so spannend!“
Hinter dem Vorhang leuchtete der DeLorean jetzt gleißend hell. Blaue Blitze zuckten um das Auto herum. Bubi klammerte sich an das Lenkrad. „Hilfe! Herr Mitarbeiter! Das Auto brummt so komisch!“ Aber seine Stimme ging in einem ohrenbetäubenden Zischen unter.
Der Fluxkompensator strahlte so hell wie die Sonne. Die Zeitanzeige flackerte wild durch die Jahre: 2026... 1985... 1955... 2050...
Im Saal hielten die Leute den Atem an. Das Wummern klang jetzt wie ein tosender Sturmwind.
Dann passierte es.
Ein greller, blauer Blitz schoss unter dem roten Vorhang hindurch in den Saal, gefolgt von einem ohrenbetäubenden...
KABUMMMMM!
Ein unglaublicher Knall ließ den ganzen Saal erbeben. Ein Windstoß wehte durch die ersten Reihen und wuschelte König Knossi die Haare durcheinander. Dicker, weißer Nebel quoll unter dem Vorhang hervor.
„Wow!“, rief das Publikum begeistert und klatschte. Alle dachten, das gehöre zur Show.
Der schwere, rote Vorhang fuhr majestätisch nach oben. Die Musik spielte einen lauten, dramatischen Akkord. Die Scheinwerfer gingen an und erhellten die Bühne.
Doch die Bühne... war komplett leer.
Keine Schauspieler. Kein Bühnenbild.
Und vor allem: Kein DeLorean.
Und kein Bubi.
Da, wo das Auto gestanden haben musste, kokelten nur zwei lange, feurige Reifenspuren auf dem Bühnenboden, aus denen kleine Rauchwölkchen aufstiegen.
Das Orchester hörte abrupt auf zu spielen. Totenstille im Saal. Ein paar Bühnenarbeiter rannten panisch aus den Kulissen auf die leere Bühne und starrten fassungslos auf die brennenden Reifenspuren.
Lia Knossi sprang auf, hielt sich die Hände vor den Mund und rief: „Wo... wo ist Bubi?!“
König Knossi riss die Augen weit auf, sein Mund stand offen. Sein Fan-Herz rutschte ihm in die Hose.
Günther Jauch Knossi starrte auf die Feuerspuren, nahm langsam seine Brille ab und flüsterte völlig perplex: „Das... das waren echte 1,21 Gigawatt...“
Der kleine Bubi Knossi war mitsamt dem silbernen DeLorean vor den Augen des gesamten Publikums spurlos verschwunden. Aber wohin? Oder besser gesagt... in welche Zeit?
Fortsetzung folgt... ⚡
Folge 3: Die magische Zeitreise – Rettungsmission im Wilden Westen
Der dichte, weiße Nebel auf der Bühne des Hamburger Musical-Theaters lichtete sich langsam, doch die drückende, ungläubige Stille im Saal blieb. Wo eben noch ein beeindruckender, silbern glänzender Bühnen-DeLorean gestanden hatte, kokelten nur noch zwei tiefschwarze, erbarmungslos rauchende Reifenspuren in das alte Holz der Bühne.
König Knossi starrte mit offenem Mund auf die gähnend leere Fläche. Seine prunkvolle goldene Krone war völlig verrutscht, und er wischte sich fassungslos über die Augen.
„Das… das steht aber nicht im Skript“, stammelte König Knossi völlig perplex.
Mutti Knossi war die Erste, die den Schock überwand. Mit einem energischen Ruck sprang sie aus ihrem bequemen Theatersessel auf. Ihr unerschütterlicher Oma-Instinkt war augenblicklich erwacht und brannte in diesem Moment heißer als die Feuerspuren auf den Bühnenbrettern.
„Niemand klaut einfach so meinen geliebten Enkel Bubi Knossi! Und schon gar keine durchgeknallte Theater-Zeitmaschine!“, rief Mutti Knossi mit einer Bestimmtheit, die das restliche Publikum ehrfürchtig zusammenzucken ließ.
Während die Bühnenarbeiter noch panisch mit Feuerlöschern umherrannten, stürmte die Familie Knossi bereits aus dem Saal. Die funkelnden, abendlichen Lichter Hamburgs zogen wie verschwommene, leuchtende Schlieren an ihnen vorbei, als König Knossi das Familienauto zurück zur Knossi-Burg steuerte. Günther Jauch Knossi blätterte auf der Rückbank hektisch in einem dicken, in Leder gebundenen Notizbuch voller komplexer Formeln.
„Wenn meine spontanen quantenmechanischen Berechnungen stimmen“, murmelte der weise Günther Jauch Knossi und rückte seine Brille mit einem nachdenklichen Ausdruck zurecht, „dann hat der Bühnen-DeLorean durch eine völlig absurde statische Aufladung im Theaternetz und Bubi Knossis Knie-Klick tatsächlich einen temporalen Riss erzeugt. Bubi Knossi ist definitiv nicht mehr im Jahr 2026. Das Display zeigte kurz 1885 an. Er ist in der Vergangenheit!“
Lia Knossi tippte rasend schnell auf ihrem hochmodernen Smartphone herum.
„Ich durchsuche sofort alle digitalen historischen Datenbanken! Wenn Bubi Knossi im Jahr 1885 aufgetaucht ist... Moment! Ich hab was! Ein digitalisiertes Zeitungsarchiv des ‚Western Telegraph‘! Hier ist ein Artikel vom 4. September 1885 über ein ‚silbernes, qualmendes Teufelsgefährt‘ und einen gestrandeten Jungen. Sie schreiben, er steckt nahe der alten Silbermine fest. Es gibt sogar eine grobe Skizze – das ist ganz eindeutig Bubi Knossi!“
Mutti Knossi nickte anerkennend und ballte die Hände zu Fäusten.
„Hervorragende Arbeit, Lia! Dann wissen wir jetzt ganz genau, wohin wir müssen. Wir holen meinen Enkel Bubi Knossi zurück! Und zwar sofort!“
Kaum in der heimischen Burg angekommen, rannte Mutti Knossi zielstrebig in die königliche Garage hinab. Dort stand er: König Knossis ganzer Stolz. Der echte, blitzblank polierte DeLorean. Er roch nach teurem Autowachs und purem Abenteuer.
Günther Jauch Knossi schloss eilig ein paar funkensprühende Überbrückungskabel an die Batterie an und zog ein blau leuchtendes Gerät aus seiner Tasche.
„Ich habe hier noch einen experimentellen Prototyp eines Fluxkompensators. Eigentlich wollte ich damit nur die Küchengeräte optimieren, aber er sollte auch für einen Zeitsprung ausreichen. Die Parameter sind eingestellt auf den Wilden Westen. Ihr müsst exakt 88 Meilen pro Stunde erreichen!“
König Knossi, der sich hastig eine verspiegelte Pilotenbrille aufgesetzt hatte, wollte sich gerade theatralisch und heldenhaft auf den Fahrersitz schwingen. Doch eine sanfte, aber absolut unmissverständliche Hand hielt ihn am Ärmel zurück. Es war seine Mutter, Mutti Knossi. Sie hatte sich ein festes Paar Stiefel angezogen und einen staubigen, aber sehr schicken Cowboyhut aufgesetzt, den sie noch von der letzten Mottoparty im Schrank hatte. Über der Schulter trug sie ihren riesigen Picknickkorb.
„Oh nein, mein lieber Sohn König Knossi“, sagte Mutti Knossi mit einer ruhigen, aber eisernen Entschlossenheit. „Du bist viel zu aufgeregt. Du verwechselst nachher vor lauter Aufregtheit noch Gas und Bremse. Das hier ist ein Job für eine erfahrene Oma. Ich hole Bubi Knossi zurück!“
König Knossi schluckte schwer, nickte dann aber ehrfürchtig. Er kannte diesen Blick seiner Mutter. Wenn Mutti Knossi diesen Blick aufhatte, stellte man sich ihr besser nicht in den Weg.
„Viel Glück, Mama“, flüsterte König Knossi und umarmte sie fest und liebevoll. „Möge der Fluxkompensator mit dir sein.“
Mutti Knossi stieg ein, schloss die heavy Flügeltür und startete den Motor. Ein tiefes, kraftvolles Brüllen erfüllte die königliche Garage. Sie tippte das Datum in die Konsole ein: 05. September 1885. Dann trat sie das Gaspedal voll durch.
Der DeLorean raste die lange Auffahrt der Burg hinunter. Die Tachonadel kletterte unaufhaltsam nach oben. 60... 70... 80... Blaue Blitze begannen, das silberne Auto zu umtanzen. Mutti Knossi klammerte sich an das Lenkrad, der Korb mit den Schokotropfen-Keksen hüpfte auf dem Beifahrersitz auf und ab.
88 MEILEN PRO STUNDE!
Ein ohrenbetäubender Knall, ein grelles, himmelblaues Licht, das die Nacht zerriss – und im nächsten Moment war das vertraute Bild der modernen Straßen spurlos verschwunden.
Anstelle von glattem Asphalt krachte der DeLorean hart auf staubigen, unebenen Boden. Mutti Knossi trat voll auf die Bremse. Das Auto schlitterte durch roten Sand und kam in einer dichten Staubwolke zum Stehen. Als sich der Staub langsam legte, blinzelte sie durch die Windschutzscheibe.
Die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel. Vor ihr erstreckte sich eine endlos weite, karge Wüstenlandschaft, durchzogen von rostroten Felsen und dornigen Kakteen. In der Ferne erkannte Mutti Knossi eine kleine Ansammlung von windschiefen Holzgebäuden. Eine klassische Westernstadt. Über dem größten Gebäude prangte in verblichenen Lettern das Wort: SALOON.
„Na dann wollen wir mal“, murmelte Mutti Knossi, richtete ihren Cowboyhut und griff nach ihrem Korb. Sie stieg aus und spürte sofort die trockene Hitze des Wilden Westens. Weit und breit war keine Spur der alten Silbermine zu sehen.
Entschlossen marschierte Mutti Knossi auf die staubige Hauptstraße der kleinen Stadt zu. Ein paar hölzerne Kutschen fuhren knarrend an ihr vorbei, und die Leute in ihren altmodischen Kleidern starrten verwundert auf diese selbstbewusste Oma in den modernen Klamotten, die zielstrebig auf den Saloon zusteuerte.
Mutti Knossi stieß die quietschenden Schwingtüren des Saloons auf. Schlagartig verstummte das Geklimper des alten Klaviers. Die Gespräche brachen ab. Ein Dutzend raubeinige, bärtige Cowboys, die gerade noch grölend Karten gespielt hatten, starrten sie finster an. Die Luft roch nach Zigarrenrauch, starkem Kaffee und Gefahr.
Ein besonders breitschultriger Cowboy mit einer Narbe über dem Auge und zwei riesigen Revolvern am Gürtel erhob sich langsam. Er spuckte lässig in einen messingfarbenen Spucknapf und baute sich bedrohlich vor Mutti Knossi auf.
„Wir mögen hier keine Fremden, Ma'am“, knurrte er mit einer Stimme, die klang wie Steine in einem Mixer. „Schon gar nicht welche, die ohne Erlaubnis von 'Grizzly-Gary' hier reinspazieren.“
Mutti Knossi ließ sich nicht im Geringsten einschüchtern. Sie stemmte die Hände in die Hüften, blickte dem riesigen Mann direkt in die Augen und sagte in ihrem allerbesten, strengen Oma-Tonfall:
„Pass mal gut auf, Grizzly-Gary oder wie auch immer du heißt. Ich habe eine sehr lange Fahrt hinter mir und mir ist furchtbar warm. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass mein Enkel Bubi Knossi drüben an der alten Silbermine festsitzt. Und wenn mir jetzt nicht sofort jemand den exakten Weg dorthin zeigt, dann werde ich richtig ungemütlich!“
Grizzly-Gary riss überrascht die Augen auf. So hatte noch nie jemand mit ihm geredet. Er wollte gerade wütend nach seinem Revolver greifen, da schlug Mutti Knossi kurzerhand das karierte Tuch von ihrem Picknickkorb zurück. Ein himmlischer, unvergleichlicher Duft nach frischer Schokolade, warmer Butter und einem Hauch Vanille strömte augenblicklich durch den gesamten Saloon.
Garys Hand blieb mitten in der Bewegung stecken. Seine Nasenflügel bebten.
„Ist… ist das… Backwerk?“, fragte er plötzlich ganz kleinlaut und seine raue Stimme brach ein wenig.
„Meine berühmten Schokotropfen-Kekse“, bestätigte Mutti Knossi und drückte dem furchteinflößenden Outlaw kurzerhand einen riesigen, noch leicht warmen Keks in die riesige Pranke. „Iss den, dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Und jetzt: Wo geht es zur Silbermine?“
Gary biss zaghaft in den Keks. Sein finsteres Gesicht erhellte sich augenblicklich, eine kleine Träne der Rührung rann über seine dreckige Wange.
„Das ist das Beste, was ich je gegessen habe“, schluchzte der riesige Mann leise. Er wischte sich über die Augen und deutete aufgeregt durch das schmutzige Fenster nach draußen. „Die alte Silbermine! Ja! Die ist direkt dort drüben hinter den rostroten Felsen! Er sitzt dort mit seinem komischen, glänzenden Metall-Wagen und kommt nicht weg!“
„Danke, Gary! Und kau anständig!“, rief Mutti Knossi, wirbelte herum und stürmte aus dem Saloon.
Sie rannte den staubigen Weg hinauf in Richtung der zerklüfteten Felsen, wo der Eingang der dunklen Silbermine gähnte. Und tatsächlich: Da stand er! Der Bühnen-DeLorean! Die Spezialeffekte-Kabel hingen traurig herab, und ein Reifen war völlig platt. Auf einem Felsen daneben saß Bubi Knossi und ließ deprimiert den Kopf hängen.
„Bubi Knossi!“, rief Mutti Knossi aus voller Kehle.
Bubi Knossi riss den Kopf hoch. Sein Gesicht leuchtete auf wie ein Weihnachtsbaum.
„Oma?! Wie hast du mich gefunden? Wo sind wir hier?“
Er rannte ihr entgegen und schloss sie fest in die Arme.
„Das haben wir Lias Recherchen zu verdanken. Ich erkläre es dir später, mein Schatz“, sagte Mutti Knossi und strich ihm beruhigend über den Kopf. „Wichtig ist, dass deine Oma hier ist. Lass uns in Papas Auto steigen und nach Hause fahren, bevor dein Vater König Knossi noch vor Sorge die ganze Burg auseinanderbaut.“
Sie eilten zu König Knossis echtem DeLorean, den Mutti Knossi in einer kleinen Schlucht sicher geparkt hatte. Doch als sie einsteigen wollten, ließ ein bedrohliches Geräusch sie erstarren.
KLICK-KLACK.
Es war das unverkennbare Geräusch eines entsicherten Gewehrs.
Mutti Knossi und Bubi Knossi drehten sich langsam um. Auf einem Felsvorsprung direkt über ihnen standen plötzlich fünf düstere Gestalten. Sie trugen schwarze Staubmäntel, und ihre Gesichter waren hinter dunklen Halstüchern verborgen. In der Mitte stand ein Mann, der eine glänzende, silberne Röhre in der Hand hielt.
Es war die Treibstoff-Phiole für den Fluxkompensator! Sie musste beim harten Aufprall aus dem Motorblock gefallen sein. Ohne sie kamen Mutti Knossi und Bubi Knossi niemals in das Jahr 2026 zurück.
Der Anführer der Bande schob sein Halstuch nach unten und grinste hämisch. Seine Zähne blitzen im gnadenlosen Sonnenlicht.
„Nun, nun, nun“, sagte er mit einer schleichenden, bedrohlichen Stimme. „Was haben wir denn hier? Eine ältere Dame in komischen Kleidern, Bubi Knossi und einen magischen Silberwagen.“
Er warf die lebenswichtige Röhre spielerisch in die Luft und fing sie geschickt wieder auf.
„Mein Name ist 'Black-Jack' Knochenbrecher. Und in diesen Ländereien gehört alles, was glänzt, mir.“
Er richtete das Gewehr direkt auf den DeLorean.
„Wenn ihr dieses leuchtende Dingelchen wiederhaben wollt, Ma'am... dann müsst ihr es euch verdienen. Wir sehen uns heute Mittag am Uhrenturm unten im Tal. Ein Duell. Ihr gegen mich. Um Punkt zwölf Uhr mittags!“
Er lachte ohrenbetäubend, warf eine kleine Rauchbombe auf den Boden und im nächsten Moment war die Bande wie von Geisterhand hinter den Felsen verschwunden.
Mutti Knossi schaute eilig auf die große Digitaluhr im Armaturenbrett des DeLoreans. Es war exakt 11:45 Uhr. Sie hatten genau fünfzehn Minuten Zeit, um sich auf das gefährlichste Duell im Wilden Westen vorzubereiten. Komplett ohne Waffen, nur ausgestattet mit dem grenzenlosen Mut einer tapferen Oma und einem Korb voller Kekse.
Bubi Knossi schaute Mutti Knossi mit riesigen Augen an.
„Oma... was machen wir jetzt?“
Mutti Knossi zog ihren Cowboyhut tief ins Gesicht, ballte die Hände zu Fäusten und lächelte furchtlos.
„Jetzt, Bubi Knossi... jetzt zeigen wir diesem Black-Jack mal, was echte Knossi-Power ist.“
Fortsetzung folgt... 🤠